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Arnold Glas Standort Merkendorf meldet Insolvenz an

Die Glaswerke Arnold haben für den Standort Merkendorf am 9. Januar 2014 Insolvenz angemeldet. Grund für diesen Schritt sind vor allem Probleme im Bereich der Gebäudeintegrierten Photovoltaik, die neben der Isolierglas- und VSG-Produktion den Schwerpunkt der Aktivitäten des Standorts Merkendorf bildet.

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Die Krise auf dem Solarmarkt ist einer der Hauptgründe für die Insolvenz des Standorts Merkendorf.


Die von Überkapazitäten, Preisverfall und instabilen politischen Rahmenbedingungen bei der Förderung erneuerbarer Energien gebeutelte Solarbranche steckt in einer tiefen Krise.
„Wir haben einige große BIPV-Projekte in der Akquisition, die allerdings wegen der unsicheren Lage am Markt von einem Jahr ins nächste verschoben werden“, erklärt Martin Schwarz, Werksleiter im fränkischen Merkendorf, im Gespräch mit Glas+Rahmen.

Auch der Rückzug von Schott aus dem Geschäft mit multikristalliner Photovoltaik Mitte 2012 habe sich in Merkendorf schmerzlich bemerkbar gemacht, so Schwarz: „Schott war ein wichtiger Lieferant, der hervorragende Qualität geliefert hat.“ Die Zusammenarbeit mit einem Alternativ-Zulieferer habe noch nicht die Reife und Tiefe der langjährigen Kooperation mit Schott erreicht.

Eines ist Martin Schwarz sehr wichtig: „Wir können allen Kunden Versorgungssicherheit zusichern. Der Betrieb läuft derzeit normal weiter.“ Er rechnet damit, dass das Insolvenzverfahren Anfang März eröffnet wird. Zum Insolvenzverwalter wurde der Nürnberger Rechtsanwalt Dr. Beck bestellt.

Ausdrücklich betont Schwarz, dass von der Insolvenz allein der Standort Merkendorf betroffen ist: „Dies ist eine isolierte Insolvenz innerhalb der Arnold-Gruppe. Alle anderen Standorte sind solvent und vital.“ Neben dem Hauptsitz in Remshalden bei Stuttgart betreiben die Glaswerke Arnold sieben weitere Standorte in Deutschland.

Von der Insolvenz in Merkendorf sind 197 Mitarbeiter betroffen. Sie hätten „schockiert“ auf die Nachricht von der Insolvenz reagiert, berichtet Schwarz. In den letzten Jahren habe es in Merkendorf umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gegeben.



Glaswerke Arnold

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